Unser Anliegen

Diese Website dient der Verteidigung des Begriffs “Fotografie” gegen dessen Vereinnahmung durch ‘photoshopende’ Grafiker für die Kennzeichnung ihrer von Fotos abgeleiteten Werke. Weil es zunehmend schwieriger geworden ist, Fotos von fotorealistischen Grafiken zu unterscheiden, haben wir uns entschlossen, unsere Bilder als echte Fotos zu kennzeichnen.

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Unsere Initiative zur Kennzeichnung authentischer Fotografie ist also ein Akt der Notwehr, auch und gerade weil die Technik der Bildbearbeitung mittlerweile so weit entwickelt ist, dass nicht nur Laien sondern auch professionelle Betrachter oft nicht mehr zwischen einer Fotografie und einer Fotomontage unterscheiden können.
Der Fotorealismus der Bilder erzeugt die Illusion von Realität, mit teilweise gravierenden negativen gesellschaftlichen Konsequenzen. Indem für sie in Anspruch genommen wird Fotografien zu sein, diskreditieren sie die Glaubwürdigkeit aller Fotos. Bildbearbeitungstechnisch „optimierte“ Fotomodelle werden ihrer Würde beraubt und nach und nach unser Menschenbild manipuliert bis zu dem Punkt, dass sich der Mensch an den künstlich erzeugten Trugbildern misst und als unzureichend erkennt.

Was verstehen wir unter Genuine Photography?

Genuine Photography ist für uns eine authentische Fotografie – unabhängig von der Art der Bildaufzeichnung.

Warum halten wir eine Kennzeichnung von Fotografien als GENUINE PHOTOGRAPH für notwendig?

Mit dem Aufkommen der Digitaltechnik in der Fotografie, speziell aber mit der Elektronischen Bildverarbeitung bzw. Bildbearbeitung (EBV/EBB) per Computer, fand insofern ein extremer Wandel in der Fotografie statt, als dass nachbearbeitete Bilder nicht mehr die Ausnahme (wie noch in Zeiten der analogen Fotografie), sondern mehr und mehr die Regel darstellten. Grundsätzlich haben wir nichts gegen diese Art der Bildgenerierung – sie hat für uns nur nichts mehr mit Fotografie im eigentlichen Sinne zu tun. Sie wird dadurch zu einem Medium der Beliebigkeit, der “entscheidende Moment” bei der Aufnahme wird durch das nachträgliche Konstruieren eines Bildes am Computer ersetzt. Richtigerweise sollten diese Art von Bildern als Fotomontage oder als Composing gekennzeichnet sein. Aus nahe liegenden Gründen verzichten die Autoren solcher Bilder aber fast immer auf eine entsprechende Kennzeichnung.

Was meinen wir mit authentisch?

  • Das Foto enthält alle unterscheidbaren Objekte des fotografierten Motivs, die auch bei der Aufnahmen im dargestellten Bildausschnitt zu sehen waren
  • Es wurden keine Objekte entfernt, hinzugefügt, in ihrer Lage zueinander oder in ihren Proportionen verändert
  • Die Texturen der Motivelemente wurden nicht verändert
  • Die Farben der Motivbestandteile wurden, soweit es sich um Farbfotos handelt, nicht grundsätzlich verändert. “Grundsätzlich” in dem Sinne, dass nicht etwa aus einem blauen Objekt ein rotes gemacht wird und nicht, dass die Farben mit denen des Realweltobjekts übereinstimmen.

Welche Arbeitsschritte bei der Ausarbeitung eines unveränderten, authentischen Fotos halten wir für legitim?

Fotografen haben zu allen Zeiten den Ausdruck ihrer Bilder gegenüber den erfassten Bildinformationen verändert, ohne das fotografierte Motiv grundsätzlich zu verändern. Wir wollen keine weitergehende Einschränkung in der künstlerischen Ausdrucksmöglichkeiten treffen, als die oben vorgenommene. Die folgenden Bearbeitungsmöglichkeiten sind nur eine unvollständige Liste von Techniken, die aufzeigen soll, dass die vorgenommenen Einschränkungen trozdem zu einer umfangreichen Beeinflussung des Bildeindrucks führen können und insofern das fertige Foto nie eine strikte Abbildung der Wirklichkeit sein wird.

  • Änderungen des Bildausschnitts sowie das Zusammenfügen mehrerer Teilbildern zu einen größeren Bild (stitchen), wie es etwa für die Erstellung von Panoramabildern genutzt wird
  • Drehen des Bildes zum Ausrichten von senkrechten oder waagerechten Linien
  • Anpassungen von Farbsättigung und Kontrast. Dies auch selektiv, was in etwa dem im traditionellen Dunkelkammerprozess üblichen Nachbelichten und Abwedeln entspricht
  • Den Gebrauch von Filtern bei der Aufnahme zur Verbesserung der Kontrastübertragung und dergleichen
  • Das Entfernen von Fusseln und Staub
  • Korrektur perspektivischer Verzerrungen. Diese können mit geeigneten Kameras auch schon bei der Aufnahme korrigiert sein
  • Tonungen oder vollständige Entsättigung der Farben (z.B. Umwandlung einer Farb- in eine Schwarzweiß-Aufnahme bei digitalen Bildern).

Wer kann mitmachen?

Jeder Fotograf, der bei der Erschaffung seiner Bilder die oben aufgeführten Regeln befolgt, kann das Label “Genuine Photograph” verwenden. Er bekennt sich dadurch zu diesen Regeln und somit zu einer  Arbeitsweise, die die enge Beziehung zwischen dem Realwelt-Motiv und seiner bildlichen Darstellung bewahrt. Dem Fotografen ist es freigestellt, das Label für einzelne oder alle seiner Bilder zu verwenden, sofern diese regelkonform sind. Das Label zeugt auch von der Fähigkeit des Fotografen, Motive prävisualisieren zu können, und so ansprechende, spektakuläre, atemberaubende Bilder erschaffen zu können, ohne auf Tricks in der Postproduktion zurückgreifen zu müssen.

This entry was posted on 23 January 2010 at 9:01 PM and is filed under German. You can follow any responses to this entry through the RSS 2.0 feed. You can leave a response, or trackback from your own site.

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